130 Tschechische Bürgermeister protestieren gegen US Raketenabwehr
Tschechien und Polen: Trojanische Pferde der USA um Europa zu spalten?
Drei Busse voller Tschechischer Bürgermeister der “Liga Bürgermeister für den Frieden” und Aktivisten der „Bewegung für Gewaltfreiheit“ werden am Mittwoch nach Brüssel reisen, um sich als Ausdruck ihres Protestes gegen den „Star Wars“ Plan mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments zu treffen. Sie sind eingeladen, dort einer öffentlichen Anhörung zur strittigen Verlagerung der US Raketenabwehr nach Tschechien und Polen, beizuwohnen. In Brüssel werden sie sich mit verschiedenen Abgeordneten des Europaparlaments, belgischen Senatoren und der Vize-Präsidentin des Europäischen Parlaments, Luisa Morgantini treffen. Sie werden auch vor dem Europaparlament an einer öffentlichen Demonstration gegen das Radarschild teilnehmen.
Die tschechischen Bürgermeister werden von Bürgern des ganzen Landes begleitet. Anfangs war die Aktion nur mit 40 Leuten geplant und hat sich nun zu einer zweitägigen Reise von 130 Leuten entwickelt. Die Bürgermeister repräsentieren eine Delegation von 130 tschechischen Gemeinden, die sich öffentlich gegen dieses Projekt stellen. Die Reise der Bürgermeister wird auch von 13 der 14 regionalen Regierungspräsidenten, sowie auch von vielen Bürgermeistern weiterer europäischer Länder unterstützt. Laut Meinungsumfragen sind ungefähr 70% der Tschechen gegen diesen Plan.
Nicht zufällig haben die USA nach dem Fall der Berliner Mauer schnell die Türen der NATO für ehemalige sozialistische Länder geöffnet. Auf diesem Wege waren sie in der Lage die Armeen und politischen Führer dieser Länder zu trainieren und sie so ihren eigenen Interessen näher zu bringen.
Anfangs 2009 hat eines der “Trojanischen Pferde” die Tschechische Republik die Präsidentschaft der Europäischen Union übernommen. Aus eben diesem Grund protestieren wir jetzt im Herzen des Europäischen Parlaments und wir bitten das Parlament Stellung zu dieser fundamentalen Frage zu beziehen“, sagte Giorgio Schultze von “Europa für den Frieden“.
Am Dienstag, den 17. Februar, 19.00 Uhr wird vor der Abreise der Busse in Rokycany vor dem Winter Stadion ein Treffen mit der Presse stattfinden.
Programm für Mittwoch, 18. Februar in Brüssel:
10:00 Erste Demonstration vor dem Europaparlament (Luxemburg Platz).
12:00 Treffen von den Delegierten mit Mitgliedern des Belgischen Senats.
14:00 Haupt-Demonstration und Auftritt von “Die Unsichtbaren” (Luxemburg Platz).
14:45 Jan Tamas (Bewegung für Gewaltfreiheit) und Josef Vondrasek (Bürgermeister von Rozmital) werden auf dem GUE/NGL Treffen im Europaparlament sprechen.
15:30 Treffen der Delegation mit dem Abgeordneten Jill Evans
16:00 Treffen der Delegation mit der Vizepräsidentin des EP Luisa Morgantini
16:30 – 18:00 Öffentliche Anhörung des Europäischen Parlaments, Gebäude ASP, Raum 1G3
19:00 Abreise der 3 Busse zurück nach Prag.
Der Protest wird unterstützt von vielen Menschen aus ganz Europa, die ebenfalls an diesem Tag Veranstaltungen in Madrid, Kopenhagen, Berlin, Rom, Palermo, Florenz, Mailand, Turin, Budapest und Buenos Aires durchführen. Viele internationale Organisationen unterstützen den Protest, unter ihnen “Bürgermeister für den Frieden”, Pax Christi International, Welt ohne Kriege und Europa für den Frieden.